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der nuttenfotograf - deutschland unterhalb der gürtellinie
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das mit den videos läuft so gut, dass die puffmutter und ich überlegen, ob und wie wir das business ausbauen können.
"wir brauchen ein extra fotostudio, sonst blockiere ich zu lange deine räume. ausserdem müsst ihr noch ne stunde saubermachen und aufräumen, wenn ich das zimmer wieder mal zerlegt habe"
"oben ist ne wohnung frei geworden. ich hab den vermieter schon gefragt. weisste, ich dachte, kann mal´n mädchen ne woche oder so übernachten, wenn sie von auswärts ist, und wir können da fotografieren und drehen"
"und? was hat der vermieter gesagt?"
"er wäre mir fast an die gurgel gesprungen. dachte wohl, ich will da oben noch´n puff aufmachen. stattdessen hat er versucht mir die gaststätte nebenan anzudrehen, die seit jahren schon leersteht"
"ich habe übrigens mal bei den mobilfunkunternehmen angefragt, ob man dort das material zum download anbieten kann. sieht schlecht aus. die bieten alle nur glam-porn von playboy, penthouse usw. an. offenbar wegen der anleger. je sauberer das unternehmen ist, desto größer die summen, die von dieser seite reinfliessen. die sind so groß, diese gelder, dass sich der verzicht auf ein paar millionen porno umsatz im jahr lohnt"
"hatte mir da eh nicht viel chancen ausgerechnet. auf dem dvd markt würde unser zeug auch nicht laufen. ich hab mal 2 videotheken durchforstet und mit den angestellten gesprochen. weißt du was am besten geht? oma sex! oma sex und hartzIV pornos!
"wie bitte?"
"jaaaa! im ernst: die frauen haben mir erzählt, dass die nachfrage nach hochglanzpornos gleich null ist. ü50 und ü60 sex und pornos mit schwitzenden, stinkenden, behaarten assis mit fettschürze - möglichst nah dran an der realität. darauf steht der deutsche michel. nix mit playmates und so..."
ich bin sprachlos. ausserdem wird mir schlecht, denn vor meinem geistigen auge sehe ich mich bereits in der stinkenden wohnung von irgendeinem hartzi stehen, und wie ich diese hässlichen menschen dabei filme, wie sie hässliche dinge tun. wie war das nochmal? ich wollte der schönheit der frau eine hommage in bildern widmen - nicht hartzipimmel in großaufnahme beim einführen in hartzimuschis filmen!
"komm scheiss drauf, dann machen wir eben sowas! wir haben hier ein altersheim und hartz4schlampen kenne ich genug - ich schick jeden tag welche weg, wenn sie nach einem job fragen. die kann ich hier echt nicht gebrauchen"
"die deutschen stehen auf oma- und assi-sex? ich komm da irgendwie nicht drüber hinweg..."
"ja, kleener, ich sag´s dir... hab heute auch mal in die sexversand-kataloge geguckt, und mein eindruck hat sich bestätigt: 5 von 10 filmen sind ü60 sex. und dass die leute keinen bock auf hochglanzweiber haben kann ich auch verstehen. wir haben eine hier, die haste letztens auch fotografiert, kleener, das sind so weiber, die sind so sehr mit schönsein beschäftigt, die können sich beim ficken gar nicht fallen lassen, weil sie ständig darauf achten möglichst vorteilhaft auszusehen"
stimmt. in den letzten 3 jahren habe ich immer geschrieben, dass puffs mit durchschnittsfrauen den meisten umsatz machen.
"letztens kam unsere beauty queen hier an, und erzählte mir im vertrauen, dass sie findet, dass einige der frauen, die hier arbeiten, nicht den qualitätsanspruch halten würden, von dem ich immer spreche. schwabbelige bäuche, hängende brüste, dellen - ja, stimmt...na und? diese krokodile machen aber den meisten umsatz! natürlich werde ich immer solche haben, und ich werde auch nie auf normale frauen verzichten, denn die bringen das meiste geld!"
"was für eine groteske, diese welt doch ist. die frauen tun alles mögliche, um für immer jung und schön zu sein und die männer gehen in nen puff um ne hässliche alte zu vögeln. ist doch irgendwie...bekloppt, oder?"
"alle sind bekloppt. alle. du und ich auch, kleener. übrigens musst du demnächst evtl. als statist ausserhalb des sichtbaren bereichs einspringen und vom badewannenrand unserer kleinen asiatin in den mund pissen"
stimmt. ich bin auch bekloppt, denn ich sage "ja" zu diesem kleinen nebenauftrag, der eine sondervergütung mit sich bringt.
"wir sehen uns dann also nächste woche. ich freu mich schon auf den dreh...habe schon viele neue, tolle ideen, die du für mich filmen musst, kleener... so, muß weiter...hab gleich nen termin... bis nächste woche..."
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einen augenblick lang sah es so aus, als könne ich dem nuttenuniversum entfliehen... die gravitation (geld) war jedoch so stark, dass ich mit voller wucht zurückgeschleudert wurde ins reich der roten sonne, und mich nun wieder an ihren nährenden strahlen labe.
das letzte unternehmen normalität ist genauso gescheitert, wie die anderen unternehmungen in der welt der anständigen menschen. an meinen fersen haftet wahrlich ein fluch: die meisten firmen, für die ich gearbeitet habe, gibt es nicht mehr.
wissend um mein drohendes schicksal, habe ich die vergangenen monate genutzt, um während meines neuen, offiziellen jobs, wichtige kontakte zu knüpfen.
ausserdem habe ich der besitzerin des puffs, dessen haus- und hoffotograf ich nach wie vor bin, voller überzeugung erklärt, sie müsse jetzt auf videos umsteigen.
beide aktivitäten haben gefruchtet: ein privatsender bucht mich 2-3 mal im monat. dazwischen flime und fotografiere ich mit und ohne jugendschutzbarrieren.
in der zeit beim film habe ich soviel von anderen gelernt, dass sich bereits mein anfängermaterial von den meisten sexvideos, die man im web sehen kann, erheblich unterscheidet. die zugriffszahlen auf die website des puffs sind in 8 tagen um 500% gestiegen. der laden brummt.
montag hat ein mädchen mit ihren riesigen brüsten eine bierdose zerquetscht, dienstag haben sich zwei gegenseitig gefistet und angepisst, heute wollte eine zwei hände in ihrer muschi haben.
als seiteneinsteiger in die frauenheilkunde. viel fehlt nicht mehr dazu. in den vergangenen zwei wochen hat sich mein sexueller horizont weiter verschoben, als in den 30 jahren zuvor. das meiste, was sich vor meiner kamera abspielt, kenne ich noch nicht einmal von pornos.
die mich umgebende, vielbeschworene patina des abgefuckten bietet nicht genug schutz vor dem neuen wissen. die zahl der drinks während und nach den videojobs ist steigend. homedrinking mangels zeit zum weggehen.
"wahrscheinlich sind die zugriffszahlen deswegen so hoch, weil sich die mädchen dauernd ihre eigenen videos ansehen, hahahaha! ich glaube, die geilen sich selbst daran auf..."
der satz aus dem mund der creative-director-puffmutter lässt mich aufhorchen. wir reden über die aktuelle entwicklung. für gewöhnlich hassen nutten es fotografiert zu werden und noch mehr hassen sie es, videos zu machen. die meisten lehnen es auch ab, welche zu drehen. umso erstaunlicher ist es zu hören, dass einige von ihnen jetzt vor dem rechner sitzen, und verzückt ihre eigenen körperöffnungen in endlosschleife ansehen.
ich komme mir vor, als sei ich auf ein ölfeld gestoßen. aus meiner quelle sprudeln jedoch bewegte bilder. das ist nicht so lukrativ wie öl - selbst wenn man die videos zum download anbietet. aber immerhin führt es zu vollbeschäftigung - und mir stehen die mittel zur verfügung, um die abstrusesten sexvideos zu drehen, die es gibt...
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"du, kannst du mir einen gefallen tun? greta ist hier, sie hat darum gebettelt und gefleht, dich sehen zu dürfen...ich schick sie dir jetzt rein. schmeiss sie nach fünf minuten wieder raus, dann machen wir mit dem nächsten mädchen weiter"
"ähm...okay..."
"danke. bist´n schatz. noch was zu trinken? was´n das? wassser? du trinkst wasser?"
"gleich nicht mehr. bring mir bitte einen drink"
"greta soll ihn dir bringen"
alter...ich bin echt platt. nicht nur wegen der gefühlten 60C in diesem zimmer. greta.
ich habe gerade ein handtuch auf dem kopf, und wische mir den schweiss von der stirn, als sich die tür öffnet, und jene frau ins zimmer kommt, um die sich alle einträge zwischen august und september 2008 drehen.
"hi...na, wie geht´s?"
ich nehme das handtuch vom gesicht.
sie sieht entsetzlich aus. schrecklich, fertig, kaputt. vor mir steht ein 24 jähriges, menschliches wrack.
in dem ausgezehrten, aber noch wie vor tadellos geschminkten gesicht scheinen matt ihre dunklen augen, die auch ungeübten beobachtern den eindruck von wahnsinn vermitteln. ihr blick ist hastig, wandert ununterbrochen hin und her. ab und zu sieht sie mich an.
"hey...wie geht´s dir? lange nicht gesehen. fast zwei jahre. was machst du, was treibt dich hierher?"
"ich bin seit eine jahr raus aus dem business. bin überhaupt nicht mehr klargekommen. ging überhaupt nicht mehr. kellnere jetzt in einem cafe in der stadt. von da wo ich gewohnt hab bin ich ausgezogen. wohne jetzt gegenüber vom stadtpark. ist echt schön da...und du? immer noch hier?"
"nicht mehr ständig. ich fotografiere hauptberuflich was anderes. das hier mache ich nur noch nebenbei, weil ich mich hier immer fotografisch austoben kann. kennste ja..."
"jaja...kenn ich...war ja schon hart manchmal...einmal hab ich mir für die fotos ne faust reingeschoben, im studio, weisst du noch?"
"sooo, ihr süßen...besuchszeit vorbei. es geht mit dem nächsten mädchen weiter!"
viel zu fotografieren, keine zeit für gespräche. erst viel später, sitzt die creative director puffmutter bei einer zigarette neben mir und spricht über gretas völlig überraschenden besuch in dem laden.
"erzähl...was wollte die hier? ich war total platt, als du die mir angekündig hast"
"keine ahung. hat heute morgen angerufen und sagte, sie wolle uns besuchen kommen. hab ich nicht nein gesagt. und als sie hörte, dass du da bist, ist die total abgegangen. hast du die mal privat fotografiert?"
"nein, hab ich nicht"
stimmt, hab ich nicht. die absicht hinter der frage war eine andere. sie hätte erwartet, dass ich aus dem nähkästchen plaudere.
"naja, jedenfalls taucht die hier also auf, und umarmte uns alle erstmal ganz dolle und sagte, wie sehr sie uns vermisst hätte. und dann kam die nummer mit dir. als ich dann aus dem zimmer kam, wo du fotografiert hast, fing sie mich ab, bat um ein gespräch unter vier augen und fragte mich, ob sie wieder anfangen könne, wieder hier zu arbeiten"
"und?"
"hör mal, ich war so überrascht von der situation, dass ich erstmal gar nichts gesagt habe, ausser 'ich ruf dich an'"
"ich fass es nicht..."
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es lebe web2.0
letztes jahr habe ich über die begegnung mit meiner klientel im web2.0 sinniert, inzwischen ist es realität geworden. die frauen suchen und finden mich, und sie sind plötzlich unter meinen kontakten.
ich stehe vor der situation, dass unerwünscht dritte private daten von mir einsehen können, wenn ich den kontaktanfragen zustimme. wenn ich es nicht tue, könnten die damen verschnupft reagieren, und bei den shootings rumzicken.
menschen aus dem business im privaten web zu begegnen ist zu kotzen. es gibt bisher keine kniggeratgeber für den umgang im web. ich würde zum beispiel gerne wissen, wie ich menschen, die ich kenne, eine freundliche absage erteile.
einen augenblick lang dachte ich tatsächlich, es könnte interessant sein, in das privatleben von nutten zu blicken. wenn man es tut, stellt man fest, dass sie furchtbar belanglose leben führen. ich frage mich, ob meines von aussen genauso aussieht.
in meinem anderen leben kennt man mich als jemanden, der gordische knoten mit einem schwerthieb trennt. der schwerthieb ist in dieem fall: profile säubern, für alle zugänglich machen, und unter falscher identität auf allen plattformen neu starten.
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die texte aus dem archiv zu lesen ist schwieriger, als neue zu schreiben.
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wow...mir fällt gerade auf, mit wie vielen frauen ich rumgebumst habe in den vergangenen jahren...die meisten davon hätte ich fast vergessen. was ein glück, dass dieses archiv existiert
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kaum wird´s ernst, schon kommen mir bedenken.
gestern habe ich jemanden getroffen, der vom schreiben lebt. jemand, den ich um ein paar ecken kenne, und der mich und meinen job kennt. wir sitzen beim bier.
"übrigens: ich habe einen roman geschrieben. hier ist er"
1000 seiten gebunden in leinen machen ziemlichen lärm, wenn man sie aus geringer höhe auf den tisch fallen lässt.
mein gegenüber sitzt mir gegenüber und sieht zunächst lange und wortlos das gewaltige monstrum auf dem tisch an, dann mich.
überraschuuuung. mein gegenüber ist immer noch mit dem realitäts-check beschäftigt. er zündet sich eine zigarette an.
"wow...das ist...ne ganze menge"
"ist ne menge passiert, in den vergangenen jahren...ich habe mitgeschrieben. das hier ist das tagebuch des nuttenfotografen"
zwei stunden sitzen wir in der kaschemme beim bier und reden über das tagebuch des nuttenfotografen. ich habe den eindruck, dass mein gegenüber mich inzwischen mit etwas anderen augen sieht.
"schick mir ein paar sachen daraus. ich gebe es an meinen agenten weiter"
top. zugang zu einem brauchbaren agent ist ne menge wert.
"ach ja...und überleg dir gut, ob du wirklich publizieren willst..."
die letzte bemerkung vor dem gemeinsamen aufbruch hallt einen tag später immer noch durch meinen kopf. ich glaube, ich muss nachdenken...
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