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RIP John T. Rex

"Hallo, T.Rex. Du hast ja sensationell viel abgenommen. Gut siehst Du aus..."

Es war gelogen, als ich T.Rex bei unserer letzten Begegnung das Kompliment für seinen Gewichtsverlust machte. Er erzählte eine haarsträubende Geschichte von einem vergifteten Fischbrötchen und einer anschließenden Diät mit Wunder-Pillen.

Die Geschichte war erlogen und jeder, der sie im Puff zu hören bekam, zweifelte an ihrem Wahrheitsgehalt. Wir hatten alle unsere eigenen Theorien. Einige glaubten, es läge am vielen Koks, das er nahm, andere wiederum waren überzeugt, er hätte AIDS. Das einzige, was wir wirklich wussten war, dass er ein ernsthaftes Problem hatte.

An dem Abend, an dem er vor meiner Kamera stand und wir uns zum letzten Mal sahen, war er so wie immer: Etwas aufgedreht. Im Gegensatz zu seinem Wesen, jedoch hatte sich sein Körper stark verändert: John T. Rex hatte fast die Hälfte seiner Masse verloren.

In jenem Augenblick war mir klar, dass er demnächst von der Bildfläche verschwinden würde. Ich legte die Kamera auf das Bett, steckte eine Zigarette in den Mund, zündete sie an und nahm einen tiefen Schluck von dem Wodka, der auf dem Tisch stand. John fragte mich, was los sei, ich antwortete, ich sei gerade uninspiriert.

Ich konnte mich tatsächlich nicht konzentrieren, weil ich an ein Shooting zurückdenken musste, das lange zurücklag. Ich hatte damals eine dickliche, lebenslustige Frau fotografiert. Sie war ein echtes Talent vor der Kamera, wir hatten eine Menge Spaß und sie ließ keine Zweifel daran, dass es im Bett mindestens genauso heiter zugehen würde. Das Geld, das sie mir für den Job gab, hätte ich umgehend für eine gemeinsame Stunde zurückgegeben, doch die Worte blieben mir im Hals stecken, als sie sagte, sie mache diese Arbeit nur, weil sie Krebs hätte und bald sterben würde. Um noch ein letztes Mal Spaß zu haben im Leben.

Von John nahm ich an, dass er an etwas litt, das heilbar war. Ich nahm an, er würde aufhören zu arbeiten, eine Therapie machen und irgendwo in dieser Stadt wieder auftauchen und als derselbe dickliche, liebenswürdige, chaotische, schwule John Hassan T. Rex weiterexistieren, der er immer war.

Nach dem Drink ging es wieder. Ich konnte fotografieren und wie immer war John ziemlich stolz auf das Ergebnis.

"Glaubst Du, John ist krank?"
"Warum?"
"Sieh Dir mal die Fotos an."

Ich konnte mich nicht zurückhalten. Es war die erste Frage, die ich der Puffmutter gestellt habe, als wir alleine im Zimmer waren. Sie hat sich die Fotos angesehen und ich konnte beobachten, wie sich ihre vollen Lippen dabei immer mehr zu einer dünnen Linie verhärteten.

Das Shooting, die Zeit, der Aufwand - alles umsonst. Was für eine teure Fehlinvestition. Hätte sie gewusst, dass John solche Probleme hat, hätte sie ihn nach Hause geschickt und das Shooting abgeblasen.

Hätte ich sie vorher warnen sollen? Ich hätte es tun können, in jenem Augenlick, als ich Johns dünngewordenen Körper sah. Aber John wollte unbedingt fotografiert werden, also habe ich es einfach getan. Es war mein Abschiedsgeschenk.

Nach dem Shooting ging es rapide bergab für John Hassan T. Rex. Der geplante Videodreh wurde ersatzlos gestrichen und Bi-Boy John verschwand von der Bildfläche.

Ein paar Monate später - ich hatte John wegen vieler neuer Gesichter bereits vergessen - traf ich seine beste Freundin in der Fußgängerzone. Eine hübsche, blonde Frau, die ebenfalls im Nuttenuniversum arbeitet.

"John hat Krebs. Er wird´s nicht überleben. Er liegt in irgendeinem Krankenhaus in der Provinz, da, wo seine Eltern wohnen."

Es war Sommer, als sie es mir erzählte. Heute, als ich ihr eine Nachricht schickte, um Glück und Erfolg für´s neue Jahr zu wünschen, erfuhr ich von ihr, dass John letzte Woche gestorben sei. Für jenen unbekannten, John Hassan T.Rex, dem ich dreimal begegnet bin und der zu einer Nebenfigur in "Das Verbot" wurde, lege ich jetzt eine Gedenkminute ein. Möge er in Frieden ruhen...


5.1.15 03:40
 
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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


(18.3.15 03:07)
Hallo. Ich war auch mal Nutte. In Bonn. Aber ich habe immer Geld dafür bekommen, also für die Fotos. Wusste ja auch nie, wo sie mal landen werden.
Heute bin ich so dünn, dass ich gar keine Fotos mehr machen mag.
Liebe Grüße

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